Mit Hilfe der Fettabsaugung (Liposuktion) gelingt es, die Form oder Silhouette bestimmter Körperregionen zu modellieren. Fettabsaugung ist kein Mittel der Gewichtsreduktion. Lokalisierte Fettpolster, die häufig durch sportliche Aktivität oder Diät nicht beseitigt werden können, werden jedoch dauerhaft entfernt.

Die Fettabsaugung ist inzwischen eine bewährte Methode und wird bei uns in örtlicher Betäubung und in „Nass-Technik“ der sogenannten Tummeszenz-Technik meist mit Vibrationssaugkanülen durchgeführt. Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich.

- Das Absaugen
- Die örtliche Betäubung
- Das Resultat
- Risiken
- Der Ablauf: Der Tag der Operation und die Fettabsaugung
- Die Zeit nach der Operation

Das Absaugen
Bei der Fettabsaugung in Tumeszenz-Lokalanästhesie werden zunächst kleine Hautschnitte (etwa 2-5 mm lang) in örtlicher Betäubung angelegt. Von ihnen aus wird über eine stumpfe "Nadel" das abzusaugende Gewebegebiet betäubt. Die Hautschnitte sind in der Regel nach wenigen Wochen kaum mehr sichtbar, sie müssen zumeist auch nicht durch eine Naht verschlossen werden. Trotz dieser kleinen Schnitte kann reichlich Fettgewebe dauerhaft entfernt werden. Einmal abgesaugte Fettzellen werden nicht neu gebildet. Darüber hinaus besteht bei dieser von uns angewandten Methode der Fettabsaugung kaum die Gefahr der Verletzung von Nerven oder größeren Blutgefäßen.

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Die örtliche Betäubung

Bei der Tumeszenz-Lokalanästhesie (tumescere, Lat.: aufblasen) werden größere Mengen einer verdünnten Betäubungsmittellösung ins Unterhautfettgewebe gespritzt. Der Lösung wird ein wenig Cortison beigemischt. Dies dient zur Unterdrückung einer entzündlichen Reaktion des Gewebes und der damit verbundenen Schwellung oder Schmerzen. Außerdem enthält die Lösung Epinephrin, das die Blutgefäße verengt, und Bicarbonat, wodurch das "Brennen" beim Einspritzen der Lösung deutlich verringert wird. Dementsprechend wird sowohl das Ausmaß der Blutung als auch der Schwellung nach der Operation durch die Tumeszenz-Lokalanästhesie deutlich verringert. Deshalb können die meisten Patienten bereits nach 1 oder 2 Tagen wieder zur Arbeit gehen oder leichten Sport treiben.

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Das Resultat
Bei ca. 90 % der Patienten kann schon nach 1 Woche eine gewisse Besserung der Körperform beobachtet werden. Es dauert allerdings in der Regel 3-4 Monate, bis eventuelle Blutergüsse und Schwellungen zurückgebildet sind. Daher kann das endgültige Operationsergebnis auch erst nach 3-4 Monaten (in einigen Fällen nach 6 und mehr Monaten) beurteilt werden. Zu bemerken ist, dass die abgesaugten Fettzellen nicht mehr nachwachsen oder neu gebildet werden. Das bedeutet, dass die Körperform, die durch die Fettabsaugung erzielt wurde, beständig ist. Bei späterer Gewichtszunahme oder Abnahme wird sich die neue Körperform gleichmäßig verändern, ohne dass z.B. wieder eine Reithose entsteht, die zuvor abgesaugt wurde. Bei der Fettabsaugung werden mit der stumpfen Nadel viele Tunnel ins Fettgewebe gearbeitet, die während der Heilungsphase nach der Operation zusammenschrumpfen und die Haut über dem Muskelgewebe zusammenziehen. Um eine glatte Hautoberfläche zu erhalten, werden die Tunnel so angelegt, dass sie nach Möglichkeit von einer dünnen Fettschicht bedeckt sind. Je schwieriger die Hautsituation in ästhetischer Hinsicht ist, um so dünner muss der unmittelbar unter der Haut liegende Fettmantel gewählt werden. Der Haut wird hierdurch zu einer besseren Rückbildungsmöglichkeit aufgrund verringerter Fettgewichtsbelastung verholfen. Die Fettabsaugung ist die geeignete Methode, um Fettpölsterchen (z.B. Reithosen) bei ideal bis normgewichtigen Menschen dauerhaft zu entfernen. Sie ersetzt keine Diät. Daher sollten übergewichtige Patienten zunächst abnehmen. Anschließend werden die Zonen behandelt, die durch Diät und gezieltes Training nicht beeinflusst werden konnten. Gleichwohl kann die Fettabsaugung übergewichtigen Patienten infolge einer verbesserten Figur auch zu verstärkter Motivation und Selbstdisziplin verhelfen. Das maximal erreichbare Operationsresultat muss selbstverständlich immer im Hinblick auf die Ausgangssituation betrachtet werden. Die Fettabsaugung führt oft zu spektakulären Ergebnissen mit eindeutig verbesserter Figur. Es wäre jedoch unrealistisch, sich die Traumfigur eines achtzehnjährigen Modells zu erhoffen. Auch die ungeliebte Cellulite (Orangenhaut) wird durch die Fettabsaugung nicht vollständig beseitigt, jedoch oftmals deutlich verbessert.

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Risiken
Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es auch bei der Fettabsaugung Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen wie z.B. Schwellungen, Blutergüsse und vorübergehendes Taubheitsgefühl der Haut. Auch Hautunregelmäßigkeiten (Dellen, Einziehungen, Asymmetrien) können gelegentlich als Folge der Fettabsaugung auftreten. Sie werden durch die Tumeszenztechnik jedoch seltener beobachtet. Hautverfärbungen (besonders durch Sonneneinwirkung nach der Operation) sind nur in Einzelfällen beobachtet worden. Schwere Komplikationen sind äußerst selten. Hierzu gehören massive Blutung, Thrombose und Lungenembolie, Infektion des betroffenen Hautareals mit nachfolgender Zystenbildung oder dem Zwang zur operativen Ausräumung, dauerhafte Gewebeverhärtung, Fettembolie und allergische Reaktion. Die in der Literatur beschriebenen Todesfälle in den USA sind allesamt in Zusammenhang mit Narkosen und in Kombination mit anderen Operationen oder nach Massenfettabsaugungen (über 10 Liter!) aufgetreten. Diese Fälle sind der Unkenntnis der Chirurgen bzw. der hemmungslosen Überziehung dieser revolutionären Operationsmethode anzulasten.

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Der Ablauf: Der Tag der Operation und die Fettabsaugung
Am Morgen des Operationstages und am Vorabend empfiehlt sich eine keimreduzierende Dusche mit Betaisodonna-Seife. Sie sollten nicht nüchtern in die Klinik kommen. Alkohol sollten Sie nicht zu sich nehmen. Vergessen Sie nicht das Ergebnis der Laboruntersuchung. Und teilen Sie nochmals mit, welche Medikamente Sie in den letzten acht Tagen vor der Operation eingenommen haben. Bringen Sie gerne Ihre Lieblingsmusik auf CD mit. Da die Operation in örtlicher Betäubung erfolgt, können Sie sich mit "Ihrer" Musik gut ablenken. Die Operation wird so leichter vorüber gehen. Für den Tag der Operation steht für Sie ein Einzelzimmer bereit. Dort wird das Operationsfeld in enger Absprache mit Ihnen im Stehen angezeichnet. Dann werden Sie in den Operationssaal geführt. In der Regel wird Ihnen eine Verweilkanüle in den Arm gelegt, damit bei Bedarf Flüssigkeit und Medikamente verabreicht werden können. Im Anschluss an die Hautdesinfektion werden zunächst die Stellen, wo die Hautschnitte erfolgen sollen, mit einem normalen örtlichen Betäubungsmittel unterspritzt. Hierbei kann vorübergehend ein leichtes Brennen auftreten. Nach Anlage der Hautschnitte wird die Tumeszenzlösung ins Unterhautfettgewebe gespritzt. Dieser Vorgang schmerzt in der Regel nicht oder nur sehr wenig. Er wird jedoch von einigen Patienten als unangenehm empfunden. Allmählich werden die unterspritzten Hautareale taub. Sollte die Wirkung an umschriebenen Stellen nicht vollständig sein, kann jederzeit von der Lösung nachgespritzt werden. Venös verabreichte Beruhigungsmittel sind nur bei nervösen Patienten/innen erforderlich. Es ist vorteilhaft, wenn Sie nicht zu sehr ruhiggestellt (d.h. sediert) sind. So können Sie während der Operation die Lage wechseln und jederzeit mit uns sprechen. Zudem wird die Ästhetik am stehenden Menschen unter dem Einfluss der Schwerkraft am sichersten beurteilt. Asymmetrien lassen sich so am leichtesten feststellen. Nach Abschluss der Fettabsaugung werden die Hautschnitte durch Pflaster verschlossen und die Verweilkanüle aus der Vene entfernt. Anschließend sind wir Ihnen beim Anziehen der Kompressionskleidung behilflich. Es hat sich gezeigt, dass nach der Absaugung immer noch Tumeszenzlösung, manchmal mit geringen Blutbeimengungen, aus den Hautschnitten austritt. Deshalb kleben wir spezielle Drainagebeutel, die die Krankenschwester, nach der Operation entleeren kann, auf die Einstichstellen. Viele Patienten/innen benötigen überhaupt kein Schmerzmittel. Anderenfalls sollten Sie, ebenso wie vor der Operation, wegen der Möglichkeit einer Steigerung der Blutungsbereitschaft kein Aspirin (Acetylsalicylsäure) oder Ibuprofen (z.B. Dolgit, Optalidon) einnehmen. Wir empfehlen 1-2 Tabl. Paracetamol. Aus dem gleichen Grund sollte die Operation nicht während der Menstruation erfolgen. Im Allgemeinen werden Sie sich nach der Operation fit und wohl fühlen und keinen "Kater" verspüren, wie dies nach Vollnarkosen öfters der Fall ist. Trotzdem bleiben sie in der Regel eine Nacht bei uns unter Beobachtung. Es ist ratsam, sich am Operationstag bequem zu kleiden, da Sie durch die Tumeszenzlösung und das Kompressionsmieder zunächst etwas dicker sind als zuvor und Sie nach der Operation etwas unbeholfener sind.

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Die Zeit nach der Operation
Die Kompressionskleidung hat den Zweck, das Unterhautfettgewebe zusammenzudrücken, damit sich dort keine Flüssigkeit ansammelt. Die Kompressionskleidung muss mindestens eine Woche tag und nacht getragen werden. Es ist ratsam und angenehm die Hose oder das Mieder länger (4-8 Wochen) zu tragen. Eine Verschmutzung ist leider unvermeidlich. Die Kleidung lässt sich am besten nach Einweichen in kalter Kochsalzlösung waschen. Am Operationstag empfehlen wir ein Mittagsschlaf bzw. frühes Zubettgehen. Dennoch ist Bewegung sehr wichtig, da nur so die Tumeszenzlösung ablaufen kann. Eine zu starke körperliche Belastung sollten Sie jedoch vermeiden! Nach der Fettabsaugung sollten Sie viel trinken: aber keinen Alkohol. Nehmen Sie ein leichtes Abendesser zu sich. Die Pflaster können Sie nach 4-5 Tagen selbst entfernen. Wollen Sie duschen, so ist dies nach 24 Stunden möglich. Sie sollten dann mit den Pflastern duschen und anschließend die Pflaster gegen neue austauschen. Am nächsten Tag können Sie bereits wieder Auto fahren, zumindest kürzere Strecken. Unvermeidliche längere Fahrten erfordern unbedingt wiederholte Pausen, um ein wenig umherzugehen bzw. leichte Gymnastik zu treiben. Viele Patienten gehen bereits nach 1-2 Tagen wieder ihren täglichen Aufgaben nach. Diese Entscheidung hängt jedoch neben der eigenen Schmerzverarbeitung sicher auch von der körperlichen Belastung im Beruf ab. Ein paar Tage Ruhe sind durchaus wünschenswert. Nach einer Woche sollten Sie die abgesaugten Stellen leicht massieren, am Besten ist eine Bürstenmassage. Sollte es wider Erwarten nach der Fettabsaugung zu starken Schmerzen, Fieber, Blutung oder Rötungen kommen, müssen Sie unverzüglich zu einer Kontrolluntersuchung in unsere Tagesklinik kommen. Für Rückfragen sind die wichtigsten Telefonnummern in Ihrem Merkblatt aufgeführt.

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